Tapa de Dulce

Viele Leute würden denken, dass der costa-ricanische Kaffee das typische morgentliche Getränk der ticos ist. Doch tatsächlich nennt sich das traditionelle Frühstücksgetränk „Agua Dulce“ („Süßes Wasser“) und wird aus der lokalen Zutat Tapa de Dulce hergestellt. Um was es sich dabei genau handelt und welche weiteren köstlichen Speisen und Getränke aus diesem leckeren Lebensmittel hergestellt werden können, wird im Folgenden erklärt.

Bei Tapa de Dulce handelt es sich um eine Süßigkeit, welche wortwörtlich übersetzt  „Süßigkeitendeckel“ bedeutet und in verschiedenen Teilen Lateinamerikas unterschiedliche Namen bzw. Formen besitzt. Was die Einheimischen in Costa Rica unter Tapa de Dulce kennen, wird woanders panela, raspadura, rapadura, atado dulce, chancaca, empanizao, papelón, piloncillo oder auch panocha genannt. Das Produkt selbst wird durch das Verkochen von Zuckerrohrsaft hergestellt und ist bei Weitem nicht so ungesund wie man denkt. Es handelt sich hierbei nicht um ein reines Zuckerprodukt ohne Nährstoffe, wie es bei den meisten Produkten in Europa der Fall ist. Denn diese werden größenteils mit dem dort weit verbreiteten weißen Kristallzucker hergestellt. Durch das Raffinieren des weißen Zuckers werden dem Produkt jegliche Nährstoffe entzogen. Im Gegensatz dazu hat die getrocknete Masse der Tapa de Dulce jedoch messbare Anteile von Glucose und Fructose und enthält Mineralien wie Calcium, Eisen und Phosphor. Sogar Vitamine sind in dem süßen Lebensmittel enthalten.

Die in Costa Rica typische Form der Süßigkeit ist die eines abgeschnittenen Kegels. Nachdem der Zuckerrohrsaft gekocht  und evaporiert wurde, wird er in die kegelförmigen Zuschnitte gefüllt. Während die Masse abkühlt wird die oberste Schicht abgeschnitten, wodurch die Süßigkeit zu tapas (Deckeln) wird. Vielerorts wird das Lebensmittel noch von Hand hergestellt und danach auf Märkten verkauft. Wie bereits erwähnt, kann unter anderem auch Agua Dulce daraus hergestellt werden. Um das leckere Getränk zubereiten zu können, muss nur ein Stück Tapa de Dulce in ein wenig heißem Wasser aufgelöst werden bis eine Konsistenz von Honig erreicht ist. Fügt man daraufhin mehr heißes Wasser hinzu, entsteht das „Süße Wasser“. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit das Getränk  mit heißer Milch zuzubereiten, welches unter dem Namen „Bebida“, also „Getränk“ bekannt ist. 

Je nach Region gibt es verschiedenste Variationen des Drinks. In Limón an der Atlantikküste von Costa Rica wird Agua Dulce beispielsweise kalt getrunken und mit Limettensaft und ein wenig Ingwer gemixt und trägt den Namen „Agua de Sapo“ („Krötenwasser“). Eine andere Version des Getränks gilt in Costa Rica als unschlagbares Heilmittel gegen Erkältungen: Agua Dulce gemischt mit Limettensaft und einer Unze Zuckerlikör. Wer dieses Getränk einmal zu Hause ausprobieren möchte, kann sich Tapa de Dulce ganz einfach online bestellen. Aber die besten Rezepturen findet man natürlich nur vor Ort in Costa Rica!